Page 9 - Ärzteblatt Sachsen, Juni 2026
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BERUFSPOLITIK




        einer weiteren Zuspitzung durch syn­
        thetische Opioide . Gleichzeitig ist der
        Bedarf an Substitution hoch; viele Ärz­
        tinnen und Ärzte begleiten Patientin­
        nen und Patienten deshalb sehr lang­
        fristig, teils bis ins hohe Alter . Das Ziel
        ist nicht nur Entzug, sondern Stabilisie­
        rung, Überleben und soziale Teilhabe .

        Was sich ändern sollte
        Ärzte sollten Sucht häufiger direkt an­
        sprechen, nicht erst bei offensichtlicher                                                               © SLÄK
        Krise . Frühzeitige Gespräche über Alko­
        hol, Medikamente, illegale Substanzen   Dr . med . Jana Gärtner, Dr . med . Julia Fritz und Dr . med . Heike Höger­Schmidt (v .l .) als Delegierte der
                                            sächsischen Ärztinnen und Ärzte .
        und riskante Mischkonsumsituationen
        können viel Schaden verhindern . Eben­ oft stillen, aber tödlichen Krankheits­ der Suchtmedizin und Suchtpolitik in
        so wichtig sind mehr Suchtmedizin in  verlauf eröffnen“, betonte Erik Boden­ Deutschland aus . Im Rahmen der Be­
        Studium, Weiterbildung und klinischer  dieck, Präsident der Sächsischen Lan­ handlung mit Cannabisblüten zu medi­
        Routine sowie niedrigschwellige Be­ desärztekammer und Co­Vorsitzender  zinischen Zwecken müsse es mindes­
        handlungsangebote für Betroffene und  der Kommission Sucht und Drogen der  tens  einen persönlichen  Patienten­
        Angehörige .                        Bundesärztekammer, in seinem Fazit .  Arzt­Kontakt einmal pro Quartal geben .
        „Sucht ist kein Sonderthema, sondern  Die Delegierten des Deutschen Ärzte­ Und angesichts zunehmender Risiken
        gehört in die Mitte der Medizin . Wer sie  tages sprachen sich für mehr Präven­ durch  soziale Medien  sprach  sich  der
        früh erkennt und ernst nimmt, kann  tion, eine nachhaltige Stärkung der  Deutsche Ärztetag für eine deutlich
        Leben  retten,  Chronifizierung  verhin­ Suchthilfe und eine konsequente wis­ strengere Regulierung digitaler Platt­
        dern und Patienten den Weg aus einem  senschaftsbasierte Weiterentwicklung  formen zum Schutz von Minderjährigen

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