Page 11 - Ärzteblatt Sachsen, Juni 2026
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BERUFSPOLITIK




        onssystemen die Digitalisierung des  Medizinstudentinnen über Grenzverlet­ vor sexualisierter Belästigung und Dis­
        Gesundheitswesens konsequent an der  zungen und Übergriffe durch Teilneh­ kriminierung, zur Aufnahme der The­
        Usability ausrichten . Denn Fehlbedie­ mende des 130 . Deutschen Ärztetages  men Machtmissbrauch und Diskrimi­
        nungen, Navigationsfehler oder system­ machen uns tief betroffen . Grenzüber­ nierung entsprechend des Allgemeinen
        bedingte Fehlanzeigen könnten unmit­ schreitendes Verhalten, sexuelle Beläs­ Gleichbehandlungsgesetzes in die ärzt­
        telbar zu Fehldiagnosen, Medikations­ tigung sowie jede Form verbaler oder  liche Fortbildung, dem Schutz von Pati­
        fehlern oder Verzögerungen in der The­ körperlicher Übergriffe sind absolut in­ entinnen und Patienten vor sexuellen
        rapie führen und damit sogar Men­ akzeptabel und mit dem Selbstver­ Übergriffen durch Ärztinnen und Ärz­
        schenleben gefährden, warnte der  ständnis  unseres  Berufs  unvereinbar .  ten sowie vor allem eine Befassung mit
        Ärztetag .                          Wer die Würde und persönliche Integri­ Machtmissbrauch, sexualisierter Ge­
        Zudem sollten KI­Anwendungen vor ih­ tät anderer missachtet, verletzt grund­ walt und Diskriminierung als Kernthe­
        rem Einsatz in der Medizin durch unab­ legende Werte  ärztlichen Handelns:  ma des 131 . Deutschen Ärztetages
        hängige klinische Studien geprüft wer­ Respekt, Verantwortung und Achtung  2027 gefasst .
        den . Der Gesetzgeber, der Gemeinsame  gegenüber Mitmenschen . Transparenz  Betroffene von Machtmissbrauch und
        Bundesausschuss (G­BA) und das Bun­ und Offenlegung von solchem Fehlver­ sexueller Belästigung können sich an
        desinstitut für Arzneimittel und Medi­ halten sind entscheidend, um notwen­ die Ombudsstelle der Sächsischen Lan­
        zinprodukte (BfArM) sowie Fachgesell­ dige Veränderungen anzustoßen . Es  desärztekammer, Dr . med . Diana Becker­
        schaften, Forschungsinstitute und Her­ war deshalb ausgesprochen mutig und  Rux,  Telefon  0351  8267­311,  E­Mail
        steller von KI­Anwendungen sind auf­ absolut richtig, dass sich die betroffe­  ombudsstelle@slaek .de, wenden .
        gefordert, sich für die Durchführung  nen Studentinnen an den Vorstand der  Zwölf Delegierte vertraten die Interes­
        von  prospektiven und methodisch  Bundesärztekammer gewandt und ihre  sen der sächsischen Ärztinnen und
        hochwertigen klinischen Studien einzu­ Erfahrungen bereits während des  Ärzte in Hannover . Sie haben insge­
        setzen .                            Deutschen Ärztetages öffentlich ge­ samt 21 Anträge eingebracht, von de­
                                            macht haben . Dafür gebührt ihnen An­ nen 13 angenommen und zwei an den
        Machtmissbrauch                     erkennung und großer Respekt . Die  Vorstand überwiesen wurden . Deren
        im Gesundheitswesen                 Bundesärztekammer  steht  weiterhin  Themen reichten von Digitalisierung,
        Am letzten Sitzungstag stand unter  an der Seite der Betroffenen und wird  Telematikinfrastruktur über Resilienz,
        anderem auch das Thema Machtmiss­ sie – auch mit der Möglichkeit unab­ umfassende ambulante Versorgung
        brauch im Gesundheitswesen auf der  hängiger juristischer Beratung – um­ sowie Kinder­ und Jugendgesundheit
        Tagesordnung . Dabei wurde die berufs­ fassend  unterstützen .  Dazu  gehört  bis  hin  zur  Verordnung  von  medizini­
        politische Auseinandersetzung über­ auch die Aufarbeitung der konkreten  schem Cannabis .
        schattet von Berichten einer Delegati­ Vorfälle . Wichtig ist uns dabei, dass die
        on von Medizinstudentinnen zu herab­ Betroffenen selbst über alle weiteren  Alle Anträge unter
        würdigenden Äußerungen und sexuel­ Schritte zur Aufklärung der Vorfälle  https://130daet .baek .de/Applications
        len Belästigungen im Rahmen dieses  entscheiden .“                      Gemeinsame Erklärung von Bundes­
        Ärztetages .  Darunter  waren  sexuali­ Zum eigentlichen Tagesordnungspunkt  ärztekammer sowie Landesärztekam­

        sierte Kommentare über ihr Äußeres,  Machtmissbrauch und sexuelle Beläs­ mern: www .bundesaerztekammer .de ■
        ihre Ausschnitte, Hände auf Gesäß und  tigung im Gesundheitswesen wurden                      Knut Köhler M .A .
        Rücken, über Einladungen auf Hotel­ Beschlüsse unter anderem zum Schutz       Leiter Presse­ und Öffentlichkeitsarbeit
        zimmer sowie sexistische Gesprächs­
        situationen . Das Plenum war von die­                                                             Anzeige
        sen  Berichten  sichtlich  schockiert .
        Zahlreiche nachfolgende Rednerinnen
        und Redner verlangten Aufklärung und
        Konsequenzen .
        Bundesärztekammer sowie alle Lan­                                                Praxismöbel für lebendige
                                                                                         und funktionelle Räume
        desärztekammern haben nach einer
        Sondersitzung eine gemeinsame Erklä­                                             Tel.:       03563 60 18 80
                                                                                         Mail:      kontakt@jerosch.com
        rung veröffentlicht . Darin heißt es un­                                         Web:     www.jerosch.com
        ter anderem: „Die Schilderungen von



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