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MEINE MEINUNG
letzten Tag das Thema Machtmissbrauch und sexuelle Be
lästigung im Gesundheitswesen besprochen . Der Ge
sprächsbedarf darüber ist mit Sicherheit hoch und betrifft
alle Bereiche . Zu Beginn berichteten fünf Studentinnen der
Medizin, welche auch als Delegierte des Bundesverbandes
der Medizinstudierenden anwesend waren, über Grenzen
überschreitendes Verhalten, über Übergriffe sowie über se
xuelle Belästigungen während dieses Ärztetages (siehe Be
richt Seite 11) . Die sich anschließende emotional intensive
Debatte hat gezeigt, dass Machtmissbrauch und sexualisier
te Gewalt nicht nur im Gesundheitswesen sondern auch auf
© SLÄK/ FOTOGRAFISCH solchen Tagungen vorkommen . Das ist inakzeptabel und mit
dem Selbstverständnis unseres Berufstandes unvereinbar .
Fassungslosigkeit und Empörung füllten eine Zeit lang den
Dr . med . Dirk Müller Tagungsraum . Das tatsächliche Ausmaß der stattgefunde
nen Grenzverletzungen ist vermutlich schwer nachweisbar,
doch selbst schon der Einzelfall stellt eine nicht zu tolerie
rende Katastrophe dar .
Moral unter Ärzten Aus ethischer und moralischer Sicht darf menschenverach
tendes, diskriminierendes oder entwürdigendes Verhalten
Vom 12 . bis 15 . Mai 2026 fand in Hannover der 130 . Deutsche im Miteinander bei Betrachtung von Geschlecht, Religion
Ärztetag statt . Die 250 Delegierten aus allen deutschen oder Herkunft gegenüber Patienten, Angehörigen und ge
Bundesländern hatten dabei die Gelegenheit, sich über die genüber unseren eigenen Kolleginnen und Kollegen keinen
aktuellen gesundheitspolitischen Themen und über berufs Platz haben . Oberste Priorität sollten menschlicher Respekt
politische Aspekte auszutauschen . Die Gesundheitsminis und fachliche Kompetenz sein . Nur auf dieser Basis werden
terin konnte in ihrer Rede weder von substanziellen, noch auch hierarchische Strukturen an Bedeutung verlieren kön
von tragbaren oder nachvollziehbaren Angeboten berichten . nen . Das Fehlverhalten weniger einzelner hat dazu geführt,
Ihr Redebeitrag lässt sich wie folgt zusammenfassen: dass der 130 . Ärztetag in Hannover in seiner Außendarstel
„… der Gesetzgeber möchte mit der Berufspolitik im Kon lung in ein schlechtes Licht rücken musste . War doch die
takt bleiben…“ . Veranstaltung auch bei teilweise diskrepanten Diskussionen
Dagegen lieferte die Ärzteschaft zahlreiche, konkrete, sogar in ihren Debatten und Beschlüssen zusammenfassend von
bescheiden wirkende und dadurch realisierbare Forderungen der Einigkeit unserer Profession geprägt, dass der Patient
an den Gesetzgeber, als Beispiel sei ein jährlicher Bürokra während unserer Berufsausübung im Mittelpunkt steht und
tieabbau von zehn Prozent genannt . dass wir von der Gesundheitspolitik die entsprechenden
Rahmenbedingungen einfordern .
Das Interesse unter der Ärzteschaft an der Veranstaltung
war auf Grund der allgemein schlechten Stimmung sehr un Die Ärzteschaft hat durch die Vorfälle ein erhebliches Pfund
terschiedlich . Jedoch spätestens nach Meldungen in ver an Glaubwürdigkeit, Respekt und Ernsthaftigkeit gegenüber
schiedensten Tageszeitungen und im Internet mit der Über der Gesundheitspolitik verloren . Eine bittere Pille für unse
schrift „Medizinstudentinnen berichten von sexuellen Über ren Berufsstand . ■
griffen auf dem Ärztetag“ blickten Leser mit anderen Augen Dr . med . Dirk Müller
auf die Veranstaltung in der Landeshauptstadt Niedersach Vorstandsmitglied
sens . Als berufspolitischer Tagesordnungspunkt wurde am Delegierter Deutscher Ärztetag
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