Page 10 - Ärzteblatt Sachsen, Juni 2026
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BERUFSPOLITIK




        aus . Die Ärzteschaft fordert ein Verbot
        der Nutzung sozialer Medien für Kinder
        und Jugendliche bis zum Alter von 16
        Jahren .


        Notfallreform praxistauglich
        ausgestalten
        Der 130 . Deutsche Ärztetag hat den
        Gesetzgeber aufgefordert, die geplante
        Reform der Akut­ und Notfallversor­
        gung und des Rettungsdienstes pra­
        xistauglich zu gestalten . „Letztlich
        muss das übergeordnete Ziel sein, als
        Single Point of Entry die vernetzten
        Leitstellen durchzusetzen“, heißt es in                             © SLÄK                              © SLÄK
        dem Beschluss des Ärztetags . Die Ärz­  Dr . med . Torben Ostendorf brachte zahlreiche   Dr . med . Jana Gärtner forderte eine bessere
        teschaft fordert darüber hinaus ein   Beschlussanträge ein .            Ausstattung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes .
        einheitliches,  validiertes  Ersteinschät­
        zungssystem anstelle  des  geplanten  schlankung der Weiterbildungsordnung  würden, anstatt die Stunden an den
        Nebeneinanders verschiedener Syste­ und eine Vereinfachung der Verwal­ notwendigen Inhalten auszurichten .
        me mit unterschiedlichen Steuerungs­ tungsprozesse  in  den  Ärztekammern .  Wissensdefizite seien hier vorprogram­
        folgen . Um eine weitere Ausweitung  Die  Kopfteile  der  Facharztbezeichnun­ miert . „Besser wäre es, die Weiterbil­
        von Notfallversorgungsangeboten zu  gen folgen jetzt einer einheitlichen Sys­ dung so zu strukturieren, dass sie zum
        vermeiden, sei die  geplante  Vorhalte­ tematik . Die Anpassungen betreffen  Beispiel kompetenzorientierter, digita­
        pflicht für aufsuchende notdienstliche  sowohl den Paragraphenteil als auch  ler, Bundesland übergreifend und damit
        Angebote der notdienstlichen Akutver­ die Abschnitte B und C der MWBO . Im  attraktiver wird, denn dann bräuchte es
        sorgung während der regulären Praxis­ Paragraphenteil wurden die Anrech­ keine Kürzung . Entscheidend ist nun,
        öffnungszeiten aus dem  Gesetzent­ nung von Unterbrechungen auf die  dass kritisch geprüft wird, ob die Redu­
        wurf zu streichen . Die Angebote vor Ort  Weiterbildung angepasst . Mehrere Be­ zierung unter den aktuellen rechtlichen
        müssen sich nach den regionalen  schlüsse betreffen die allgemeinen In­ Rahmenbedingungen  überhaupt  mög­
        Strukturen, Gegebenheiten und Bedar­ halte der Weiterbildung . Die bisherige  lich ist und ob perspektivisch die MW­
        fen richten, stellten die Ärztetags­Ab­ Aufteilung in  Methoden­  und Hand­ BO angepasst werden muss“, so Dr .
        geordneten klar . In einem weiteren Be­ lungskompetenzen wird aufgelöst . An  Gärtner .
        schluss fordert die Ärzteschaft die Bun­ ihre Stelle treten acht Rollen, die grund­
        desregierung und den Gesetzgeber auf,  legende ärztliche Haltungen bündeln .  Digitalisierung und KI
        sicherzustellen, dass medizinische Ver­ Zentrale  ärztliche  Haltungen  und  Rol­ Defizite in der Interoperabilität und Ge­
        sorgungseinrichtungen ihrer Verpflich­ len, etwa in Kommunikation und Team­ brauchstauglichkeit  digitaler  Systeme
        tung zur Behandlung medizinischer  arbeit, sollen stärker in den Mittelpunkt  bergen erhebliche Risiken für die Pati­
        Notfälle unabhängig vom Versicherungs­ der Weiterbildung rücken . In Abschnitt  entensicherheit . Der 130 . Deutsche
        status der Patientinnen und Patienten  C wurden zudem die Kopfteile der  Ärztetag hat deshalb gefordert, diese
        nachkommen können, ohne dadurch   Zusatz­Weiterbildungen Geriatrie und  Aspekte im Rahmen einer nationalen
        finanzielle Nachteile zu erleiden .   Medizinische Informatik angepasst . Dr .  Digitalisierungsstrategie systematisch
                                            med . Jana Gärtner, Delegierte und Vize­ in Regulierung, Förderung und Quali­
        Weiterentwicklung der               präsidentin der Sächsischen Landes­ tätssicherung von IT­Systemen zu ver­
        Muster-Weiterbildungsordnung        ärztekammer, kritisierte den Beschluss,  ankern . Im Interesse der Patientensi­
        Für das Thema Weiterentwicklung der  die Weiterbildungszeit zu verkürzen .  cherheit sollten zudem das Kompe­
        Muster­Weiterbildungsordnung (MWBO)  Am Beispiel der Amtsarztkurse mit 720  tenzzentrum für Interoperabilität im
        hatte sich der Deutsche Ärztetag einen  Stunden kann die willkürliche Verkür­ Gesundheitswesen der gematik sowie
        ganzen Sitzungstag eingeplant . Ziel   zung auf 360 Stunden dazu führen,  die Anbieter von Praxisinformations­
        der gefassten Beschlüsse ist eine Ver­ dass Inhalte an die Vorgabe angepasst  systemen und Krankenhausinformati­


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