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BERUFSPOLITIK
130. Deutscher Ärztetag, Hannover 2026
Echte Gesundheitsreform Refinanzierung von Tarifsteigerungen weitere Gesetze vorlegen . Weiterhin
statt Spargesetz in Krankenhäusern sowie das ver geplant seien zum Beispiel die Notfall
Zum Auftakt des 130 . Deutschen Ärz pflichtende Zweitmeinungsverfahren reform sowie das Primärversorgungs
tetages in Hannover kritisierte der Prä stießen in der Praxis auf erhebliche Be system . Insbesondere müsse das The
sident der Bundesärztekammer (BÄK), denken . Reinhardt forderte die Bun ma Prävention gestärkt werden .
Dr . med . Klaus Reinhardt, das finanz desregierung auf, den Reformprozess
politische Vorgehen der Bundesregie neu aufzusetzen und gemeinsam mit Zivil-Militärische Zusammenarbeit
rung scharf . Er bezeichnete es als „einen den Akteuren der Versorgung tragfähi In der Aussprache zu den Leitanträgen
Affront“ für Versicherte und Beschäf ge Lösungen zu entwickeln . des Vorstandes der Bundesärztekam
tigte im Gesundheitswesen, wenn der mer wurde ausführlich über die Zivil
Bundesfinanzminister keinerlei Bereit Finanzielle Stabilisierung Militärische Zusammenarbeit diskutiert .
schaft erkennen lasse, die Gesetzliche nur erster Schritt Gefordert wurde eine passende Defini
Krankenversicherung (GKV) von milliar Bundesgesundheitsministerin Nina War tion der Zusammenarbeit sowie die
denschweren Belastungen durch versi ken verteidigte ihr Sparpaket zur Ent grundsätzliche Verpflichtung zum Frie
cherungsfremde Leistungen zu befrei lastung der Krankenkassen . Künftig den . Jedoch sei die Vorbereitung des
en . Stattdessen entziehe der Bund könne in der gesetzlichen Krankenver zivilen Gesundheitsbereiches auf mili
dem System weitere Mittel und ver sicherung (GKV) nur das Geld ausgege tärische Krisenszenarien wichtig . Man
schärfe so die ohnehin angespannte ben werden, das auch tatsächlich vor müsse einerseits vorbeugend handeln
Finanzlage zusätzlich . Zudem kritisier handen sei, sagte die Ministerin in und andererseits alles für den Frieden
te er eine Haushaltskonsolidierung zu Hannover . Deshalb gehe es bei der tun . Würde man umgekehrt vorgehen,
lasten der Versicherten durch die ge nachhaltigen finanziellen Stabilisierung könnte das Gesundheitssystem auf
plante Re duzierung des Gesundheits des Gesundheitssystems um nicht we Kriegslagen nicht kurzfristig reagieren .
fonds . Der BÄKPräsident unterstrich, niger als dessen Zukunft, betonte die Dieser Argumentation schloss sich die
dass Einnahmen und Ausgaben der Ministerin . Wenn die Ausgaben weiter Mehrheit der Delegierten an .
GKV wieder in ein ausgewogenes Ver stiegen wie bisher, würde das System
hältnis gebracht werden müssten . Im kollabieren . Lohnnebenkosten und Bei Ein zweiter Schwerpunkt galt dem Kli
Zuge des GKVBeitragssatzstabilisie tragssätze, die stabil sind, seien dafür mawandel . Auch hier wurde die Not
rungsgesetzes werde jedoch von man von entscheidender Bedeutung . Laut wendigkeit betont, dass die Ärzteschaft
chem der Eindruck erweckt, diese Aus aktueller Prognosen fehlen den Kran aktiv an Hitzeschutzkonzepten und
sage sei gleichbedeutend mit einer Bin kenkassen allein im nächsten Jahr rund
dung aller GKVAusgaben an die Ent 15 Milliarden Euro . Ohne eine Reform
wicklung der Grundlohnrate . Wer ernst müssten diese von den Beitragszah
haft an einer finanzierbaren, solidari lern und den Arbeitgebern aufgebracht
schen Gesundheitsversorgung interes werden . Dies hätte eine Erhöhung der
siert sei, müsse Einnahmen wie Ausga Krankenversicherungsbeiträge um fast
ben gleichermaßen in den Blick neh 20 Prozent zur Folge – das ist keine Op
men, so Reinhardt . tion für die Bundesregierung . Zuwäch
Im Beisein von Bundesgesundheits se würden an die Entwicklung der Ein
ministerin Nina Warken äußerte sich nahmen gekoppelt, so Warken . Dabei
Reinhardt kritisch zu zentralen Maß werden nicht nur medizinische Leistun
nahmen des aktuellen Gesetzentwurfs . gen geprüft, sondern es sollen auch die
So sei es widersprüchlich, bewährte Sondervergütungen gestrichen werden,
Instrumente wie offene Sprechstunden die zu keiner Verbesserung der Versor © Christian Glawe Griebel Helliwood
und zentrale Terminvergabesysteme gung geführt haben .
zwar beizubehalten, ihnen zugleich aber Das Sparpaket sei aber nur ein erster
die finanzielle Grundlage zu entziehen . Schritt, weitere Maßnahmen müssten
Auch die geplanten Änderungen bei der folgen . Man werde noch in diesem Jahr Bundesgesundheitsministerin Nina War ken
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