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GESUNDHEITSPOLITIK
Gewichtsdiskriminierung selbst stellt Medizin: Männern werden häufiger An studierende etabliert, das intersektio
ein eigenständiges Gesundheitsrisiko algetika, Frauen häufiger psychosoma nale Perspektiven [14] im PeertoPeer
dar: Sie erhöht psychische Belastungen, tische oder psychotherapeutische Be Format vermittelt [41] . Gerechte Ge
erschwert ArztPatientBeziehungen handlungen empfohlen und dies unab sundheitsversorgung beginnt mit ei
und kann gesundheitsförderndes Ver hängig von objektiven Befunden [35] . nem einfachen Schritt: hinsehen statt
halten behindern [31 – 33] . Eine res wegsehen .
pektvolle Kommunikation ist daher Antidiskriminierung als Patientinnen befinden sich in der gynä
nicht nur ethisch geboten, sondern the professionelle Kompetenz kologischen Versorgung häufig in einer
rapeutisch relevant . Diskriminierung in der gynäkologischen vulnerablen Situation . Marginalisierte
Versorgung ist selten das Ergebnis be Gruppen erleben strukturelle und inter
Wer gehört zur Gynäkologie? wusster Absicht [1] . Sie entsteht viel personelle Diskriminierung weiterhin
Bereits der Begriff „Gynäkologie“, die mehr aus Routinen, Zeitdruck, implizi regelmäßig . Die Folgen reichen von
„Lehre der Frau“, macht deutlich, dass ten Annahmen und strukturellen Rah Vertrauensverlust bis hin zu erhöhten
fachliche Zuständigkeit historisch an menbedingungen . Die entscheidende Morbiditäts und Mortalitätsrisiken .
Geschlechtervorstellungen gebunden Frage lautet daher nicht, ob Diskrimi
ist . In der klinischen Realität lässt sich nierung existiert, sondern wie wir pro
jedoch nicht immer eindeutig bestim fessionell damit umgehen . „Gerechte Gesundheits-
men, wer als „Frau“ gilt . versorgung beginnt
Ärztliche Verantwortung bedeutet, ei mit einem einfachen
gene Vorannahmen zu reflektieren,
„Die entscheidende strukturelle Barrieren zu erkennen, Pa Schritt: hinsehen
Frage lautet daher nicht, tientenperspektiven ernst zu nehmen statt wegsehen.“
ob Diskriminierung und Versorgung aktiv inklusiver zu ge
existiert, sondern wie stalten . Mehr noch: „Als machtvoller
gesellschaftlicher Akteur ist die Medi Dabei ist Diskriminierung kein Rand
wir professionell zin in der Lage, auf solche Prozesse in phänomen, sondern Teil des medizini
damit umgehen.“ negativer, wie positiver Hinsicht nach schen Alltags . Gerade deshalb erfordert
haltig Einfluss zu nehmen, etwa darauf, sie professionelle Aufmerksamkeit .
wer in einer Gesellschaft als normal
Queere Menschen, insbesondere trans und wer als in unerwünschter Weise Eine diskriminierungssensible Medizin
und intergeschlechtliche Patientinnen anders gilt .“ [1] bedeutet nicht zusätzliche Bürokratie,
und Patienten, berichten neben Diskri sondern bessere Versorgung durch re
minierung häufig von Unsicherheit oder Die medizinische Ausbildung wird die flektierte Kommunikation, gezielte Aus
Überforderung seitens des medizini sem Anspruch bislang nur unzurei und Weiterbildung, strukturelle Quali
schen Personals . Die entsprechende chend gerecht [36, 37] . Verpflichtende tätssicherung, sowie durch niedrig
S3Leitlinie empfiehlt daher ausdrück Aus und Weiterbildungsformate zur schwellige Beratungs und Meldesys
B
lich ein Verständnis von Geschlecht, diskriminierungssensiblen Versorgung teme für Betroffene [42] . ■
das über eine strikt binäre Einteilung könnten einen wichtigen ersten Schritt
hinausgeht [34] . darstellen [38] .
Literatur unter
Auch über die Gynäkologie hinaus zeigt www .slaek .de/aerzteblattsachsen
sich ein messbarer Gender Bias in der Programme wie „Empowerment für
Diversität – Allianz für Chancengerech Korrespondierende Autorin
B Während die deutsche Sprache keine tigkeit in der Gesundheitsversorgung“ Prof . Dr . med . habil . Bahriye Aktaş
Universitätsklinikum Leipzig
Differenzierung der verschiedenen [39] zeigen, dass strukturelle Verände Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde
Liebigstraße 20a, Haus 6, 04103 Leipzig
Dimensionen von Geschlecht ermöglicht, rungen möglich sind . An der Universi EMail: bahriye .aktas@uniklinikleipzig .de
bezieht sich das englische Gender auf tätsfrauenklinik Leipzig wurden im
die soziale (Selbst)Zuschreibung und Rahmen dieses von der Stiftung Mer
Sex auf biologische Eigenschaften wie cator geförderten Projekts unter ande
Gene, Hormone, Geschlechtsorgane und rem Mitarbeitendenschulungen [40]
Gameten [45] . sowie ein Pflichtwahlfach für Medizin
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