Page 11 - Ärzteblatt Sachsen, Februar-Ausgabe 2024
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WEITERBILDUNG
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Evaluation der Weiter-
bildung in Sachsen
Die
Vorgeschichte Da zeitgleich eine Evaluation bei den Vernetzung
Seit vielen Jahren evaluiert die Sächsi- Weiterbildungsbefugten erfolgte, stellte
sche Landesärztekammer die Weiter- sich heraus, dass sich die Befugten zwischen
bildung. Schon Mitte der 2000er Jahre selbst flächendeckend besser ein-
erhielten die Kolleginnen und Kollegen schätzten, als sie von den Ärztinnen älteren und
nach bestandener Facharztprüfung in und Ärzten in Weiterbildung bewertet
Sachsen, als erste Ärztekammer bun- wurden. Dies führte in der Folge zu jüngeren
desweit, einen Evaluationsbogen, mit kontroversen, aber insgesamt sehr
dem sie bezogen auf das Weiterbil- guten Diskussionen. Hausärzten
dungsgebiet ihre Weiterbildung bewer-
teten. Die Teilnahmequoten waren mit Routinebefragung in Sachsen ist uns hier
über 70 Prozent sehr hoch, die Auswer- Der Fragebogen wurde daraufhin auf in Chemnitz
tungen in der Gesamtbewertung positiv. die wesentlichen Punkte gekürzt und
seit 2017 erhalten diesen inzwischen wichtig .
2011 beschloss dann die Bundesärzte- nur noch zweiseitigen Fragebogen alle
kammer, mit einem einheitlichen Fra- frisch gebackenen Fachärztinnen und Dr. med. Anne H.
gebogen eine bundesweite Befragung Fachärzte nach ihrer Prüfung zuge- Hausärztin
durchzuführen. Nachdem ein Frage- schickt. Dabei erhalten sie je Weiterbil-
bogen konzipiert wurde, der sich stark dungsbefugtem einen Bogen, so dass
am sächsischen Fragebogen orientierte, ihnen eine wirklich umfassende Bewer-
tung ihrer gesamten Weiterbildungs-
zeit möglich ist.
„In mehr als 70 Prozent
findet ein jährliches Die Bögen werden gesichtet und in eine
Feedbackgespräch statt.“ Datenbank eingespeist. Jeder Bogen,
bei dem die letzte Frage „Ich kann meine
Weiterbildungsstätte weiterempfehlen.“
mit „Nein“ beantwortet wird, wird dem
aber insgesamt deutlich länger war Vorsitzenden der Weiterbildungskom-
(106 Fragen), wurden bundesweit alle mission, der Leiterin des Referates
Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung Weiterbildung/Prüfungswesen und der
postalisch angeschrieben. Die sächsi- Ärztlichen Geschäftsführerin vorgelegt,
schen Ärztinnen und Ärzte in Weiterbil- ergänzt um die Information, bei wie
dung beteiligten sich sehr engagiert vielen der zu diesem Befugten vor-
und mit 59 Prozent wurde bundesweit liegenden Bögen „Nein“ angekreuzt
der höchste Rücklauf erzielt. wurde. Finden sich hier rezidivierend
schlechte Bewertungen, wird Kontakt
In einem Artikel im März 2012 wurde mit dem Befugten aufgenommen und
dezidiert über die Evaluation im „Ärzte- es wird versucht, den Problemen auf
blatt Sachsen“ berichtet (www.slaek.de den Grund zu gehen.
➝ Über Uns ➝ Presse ➝ Ärzteblatt).
Die Ergebnisse wichen nur wenig von Die Gründe für schlechte Bewertungen
den bundesweiten Ergebnissen ab, aller- lassen sich meistens aus den Bögen
dings gab es hier fachgebietsbezogene selbst ableiten: unkollegiales Miteinan-
Unterschiede. der, wenig Interesse an der Weiterbil-
chemnitz-neue-gesundheit.de
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