Page 6 - Ärzteblatt Sachsen, Dezember-Ausgabe 2025
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BERUFSPOLITIK
pluralistische Gesellschaft offen disku- tekammer . „Nur mit weniger Bürokratie,
tieren, welche Leistungen weiterhin so- mehr Kooperation und einer klaren Pri-
lidarisch finanziert werden sollen . orisierung lässt sich die Gesundheits-
versorgung in Sachsen und Deutsch-
Krankenhausreform: land zukunftsfähig sichern .“
Sachsen auf gutem Weg In der anschließenden Diskussion und
Die Krankenhausreform, seit Januar mit zahlreichen Beschlussanträgen flan-
2025 in Kraft, stellt das Vergütungs- kierten die Mandatsträger die ange-
system grundlegend um . 60 Prozent sprochenen Maßnahmen .
der Betriebskosten werden künftig
über Vorhaltepauschalen gedeckt, die Strukturreform der
Qualität und Spezialisierung honorie- Sächsischen Landesärztekammer
ren . Sachsen ist bei der Umsetzung Unter TOP 3 der Tagesordnung stellte
weit fortgeschritten . Alle Krankenhäu- © SLÄK der Präsident die ersten Überlegungen
ser haben ihre Anträge auf Leistungs- Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping zu einer Strukturreform der Sächsi-
gruppen fristgerecht gestellt . Ziel bleibt schen Landesärztekammer vor . So sol-
es, die Qualität der Versorgung durch regelmäßig den Dialog mit Entschei- len die Größe der Kammerversamm-
kluge Konzentration und Kooperation dungsträgern auf Bundes-, Landes- lung und die Dauer der Wahlperiode
zu sichern . Die anwesende Gesund- und EU-Ebene . beibehalten werden . Auch die 13 Kreis-
heitsministerin Petra Köpping betonte Zuletzt führte die Kammer Gespräche ärztekammern bleiben in ihrer jetzigen
in ihrem Grußwort die Notwendigkeit, mit Vertretern des Bundeswirtschafts- Form mit den entsprechenden Aufga-
den langen, aber notwendigen schwie- ministeriums und EU-Abgeordneten zu ben unangetastet, stellen sie doch eine
rigen Weg der Strukturreformen wei- Themen wie Gesundheitsdatenraum, wichtige Schnittstelle zu den Mitglie-
terhin gemeinsam zu gehen, denn nur Arzneimittelrecht, Tabaksteuer-Richtli- dern vor Ort dar . Um allerdings schnel-
so ließen sich die angestrebten Maß- nie und Arbeitskräftemangel . ler, konkreter und effizienter auf Lagen
nahmen zum Wohle der Bürgerinnen reagieren und damit strategischer
und Bürger wirkungsvoll umsetzen . Sie Beim Thema Bürokratieabbau müsse agieren zu können, ist angedacht, die
dankte gleichzeitig den Ärztinnen und aber auch die ärztliche Selbstverwal- Anzahl der Ausschüsse mit Blick auf die
Ärzten für ihren täglichen Einsatz in tung ihren Beitrag leisten, so der Präsi- im Heilberufekammergesetz definier-
Praxis und Klinik unter zum Teil schwie- dent . Neben der Optimierung und Digi- ten Kernaufgaben der Landesärztekam-
rigen Bedingungen . talisierung von internen Prozessen und mer – Berufsrecht, Weiter- und Fort bil-
Die Sächsische Landesärztekammer Abläufen in der Sächsischen Landes- dung, Qualitätsmanagement und ÖGD,
appelliert an die Staatsregierung, nur ärztekammer müssten auch vermehrt aber auch Finanzen – zu reduzieren . Im
äußerst zurückhaltend von bundeswei- digitale Anwendungen zum Einsatz Übrigen sollen Arbeitsgruppen, Arbeits-
ten Qualitätsvorgaben abzuweichen . kommen . In Vorbereitung der Nutzung gemeinschaften (kurzfristig) oder aber
Eine ausreichende Zahl qualifizierter von KI-gestützten Programmen wur- Kommissionen und Beauftragte (län-
Fachärztinnen und Fachärzte bleibt ei- den daher alle Mitarbeiter geschult . gerfristig) gebildet beziehungsweise
ne unverzichtbare Voraussetzung für Perspektivisch soll die Kommunikation eingesetzt werden, wobei jeweils kon-
eine sichere Versorgung . zwischen den Mitgliedern und der Ärz- krete und individuelle Expertise und
tekammer stärker auf digitalen Wegen Sachkompetenz eingebunden werden
Bürokratieabbau und als bisher erfolgen . Ein erster Schritt ist könne . Dazu würde der Vorstand künf-
Fachkräftemangel der Ausbau der Mitgliederplattform tig strategische Aufgabenzuweisungen
Fachkräftemangel und übermäßige Bü- und die verpflichtende Nutzung des und Arbeitsaufträge erteilen . Der Prä-
rokratie bremsen derzeit Innovation, eLogbuchs . sident betonte, dass die Kammerver-
insbesondere im Gesundheitswesen „Eine qualitativ hochwertige medizini- sammlung in die weiteren Prozesse
und in den Freien Berufen . Die Sächsi- sche Versorgung braucht stabile finan- selbstverständlich eingebunden würde .
sche Landesärztekammer setzt sich zielle Grundlagen, verlässliche Struktu-
gemeinsam mit dem Landesverband ren und die Freiheit zu ärztlich verant- Änderung der Hauptsatzung
der Freien Berufe (LFB) Sachsen inten- wortbaren Entscheidungen“, betont der Im Weiteren stand das Thema Satzun-
siv für Entlastung ein und sucht dazu Präsident der Sächsischen Landesärz- gen auf der Tagesordnung . Zunächst
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