Page 15 - Ärzteblatt Sachsen, Dezember-Ausgabe 2025
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GESUNDHEITSPOLITIK
Was fehlt (noch)?
Als nächstes sind Fragen der Standar- KONTAKT UND ANLAUFSTELLEN
disierung zu klären . Die Entwicklung
eines flächendeckenden Fortbildungs- • Anlaufstellen für Betroffene und ihr Umfeld zusammengestellt
konzeptes für den gesamten Freistaat vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren,
unter Einbezug möglichst vieler Ver- Frauen und Bildung:
fahrensbeteiligter (Kliniken, Fach- und www .bmbfsfj .bund .de ➝ Themen ➝ Gleichstellung ➝
Hausarztpraxen, der Sächsischen Lan- Frauen vor Gewalt schützen ➝ Hilfe und Beratung bei Gewalt
desärztekammer und der Fachbera-
tungsstellen) sowie bereits vorliegen- • Landesarbeitsgemeinschaft Gewaltfreies Zuhause Sachsen e .V .
der Fortbildungskonzepte (etwa aus
anderen Bundesländern) ist ebenso
geplant wie die Entwicklung eines Kon-
zepts zur Qualitätssicherung – dieses Gewalt sein . Auch der entsprechende schaftsgewalt und ihre psychische Sta-
in enger Abstimmung mit dem Sächsi- Landesaktionsplan [4] arbeitet unter bilisierung – all das sind Schritte im
schen Staatsministerium für Soziales, anderem darauf hin, alle beteiligten Kampf gegen diese Form von Gewalt .
Gesundheit und Gesellschaftlichen Zu- Professionen in eine engere Zusam- Wie groß diese Schritte sind und was
sammenhalt, den sächsischen Univer- menarbeit zu bringen . sie bewirken können, das hängt auch
sitätsinstituten für Rechtsmedizin und von uns Ärztinnen und Ärzten ab . ■
dem Verein Bellis e . V . Jedes Jahr am 25 . November wird welt-
weit der Internationale Tag zur Beseiti-
Keine allzu ferne Zukunftsmusik dürfte gung von Gewalt gegen Frauen began- Literatur unter
auch ein landesweiter Runder Tisch mit gen . Die Vertrauliche Spurensicherung, www .slaek .de/aerzteblatt-sachsen
Blick auf die verschiedenen familien- die sorgfältige medizinische Versor- Kommission Häusliche Gewalt
rechtlichen Probleme bei häuslicher gung von Betroffenen von Partner- und Kinderschutz
Sprunginnovationen im Gesundheits
wesen: Von Rückstand zur Zukunft
24. Europäischer Gesundheitskongress
Wieder einmal gelang es den Veran- märarztsystem, wobei natürlich auch ränität gedacht wird . Das Land baut
staltern, führende Köpfe aus Versor- das Thema KI im Gesundheitswesen seit Jahren sehr erfolgreich eine stark
gung, Forschung und Wirtschaft, aber nicht fehlen durfte . Ein Highlight der vernetzte Gesundheitsarchitektur auf,
auch politische Entscheidungsträger Veranstaltung stellte der Rückblick von mit Trainingszentren, Forschungsnetz-
und internationale „Vordenker“ zu ver- Prof . Karlheinz Brandenburg, dem Mit- werken und gemeinsamen Zulassungs-
sammeln und tatsächlich am Ende des erfinder der MP3-Technologie, auf eben prozessen . Zum Schluss war man sich
zweitägigen Kongresses eine gewisse diese dar . Er zeigte auf, dass bahnbre- einig: Nur mit Strategie, Mut und klaren
Aufbruchsstimmung zu vermitteln . chende Innovationen nicht nur im Sili- Prioritäten kann Deutschland weltweit
Themenschwerpunkte waren die Trans- con Valley, sondern auch in Deutsch- zum Vorreiter werden, trotz vieler Her-
formation der Krankenhauslandschaft, land entstehen könnten . In der Eröff- ausforderungen . Kongressleiterin Clau-
das alarmierende Bild der finanziellen nungssession wurde eindrucksvoll dia Küng formulierte es treffend: „Wir
Lage der Gesetzlichen Krankenversi- dargestellt, wie im ostafrikanischen haben alle Voraussetzungen dafür – wir
cherung (GKV) und deren Stabilität, Land Ruanda das Thema Gesundheit müssen sie nur nutzen .“ ■
aber auch Fragen zur Notfallversor- zur Staatsstrategie bestimmt worden Dr . Michael Schulte Westenberg
gung und zum aktuell diskutierten Pri- ist und als Teil wirtschaftlicher Souve- Hauptgeschäftsführer
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